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Rezension zu Heute sind wir Freunde von Patrycja Spychalski

heute-sind-wir-freunde

Titel: Heute sind wir Freunde
Autor: Patrycja Spychalski
Verlag: cbt Verlag
Genre: Jugend
Erscheinungsdatum: 28. März 2016
Preis: 14,99€
ISBN: 978-3-570-16410-5
Seiten: 320

Inhalt
Nell, Leo, Chris, Anton und Valeska sind so verschieden wie Tag und Nacht. Da werden sie versehentlich in der Schule eingesperrt. Gar nicht so schlimm denkt sich Nell, ist sie doch schon lange in Leo verknallt. Super, findet Chris, ist er doch schon ewig in Nell verknallt. Kein Bock hier den Aufpasser zu spielen, denkt sich Streber Anton. Die haben doch keine Ahnung, wer ich wirklich bin, denkt sich Schulschönheit Valeska. Und Leo? Der ist einfach zu cool für diese Welt. Oder doch nicht? Am nächsten Morgen ist nicht nur ein Liebespaar aus der Nacht hervorgegangen, sondern auch fünf Freunde, die es gestern noch nicht waren, aber heute sind … und es vielleicht sogar bleiben.
(Quelle: cbt Verlag)

Meine Meinung
5 Jugendliche, die dem typischen Klischee entsprechen: Der Streber, die perfekte Schönheit, das Gegenstück – der selbstbewusste Hübsche, die Normale und der stille Fotograf. Sie alle sitzen dank eines Unwetters in der Schule fest und was macht man denn bitte, wenn man sich nicht kennt und erst recht nicht mag? 6 Schüler müssen eine Klassenarbeit nachschreiben, bis es plötzlich zu donnern anfängt. Die Wettervorhersage lag also falsch, denn eigentlich sollte das große Unwetter erst am Wochenende kommen! Weil ein Schüler sich nach draußen wagt, wird er verletzt und der betreuende Lehrer muss ihn schnellstmöglich ins Krankenhaus bringen. So sitzen also die übrigen 5 zusammen in der Schule fest…

Ich bin durch das schlichte Cover aufs Buch aufmerksam geworden. Die Geschichte hat mich sehr interessiert, außerdem kannte ich „The Breakfast Club“ noch nicht. Das ist ein Film, der diesem Buch anscheinend ähneln soll, aber dazu kann ich nicht viel sagen, da ich den Film noch nicht gesehen habe. Auch, wenn die Idee anscheinend nicht neu ist, fand ich sie klasse und sie hat mir sehr gut gefallen.

Das Cover und den Titel fand ich sehr passend. Zwar schlicht, aber wirklich gut! Man sieht auf dem Cover 5 Regentropfen, die meiner Meinung nach die 5 SchülerInnen darstellen soll. Durch die verschiedenen Farben soll man vielleicht zeigen, dass sie zwar alle Menschen sind, aber ganz unterschiedliche. Die Regentropfen haben natürlich super gepasst, da sie ja dank dem Unwetter zusammen festsitzen. 😉 Auch den Titel fand ich wirklich gut gewählt.

Ich fand den Einstieg wirklich interessant. Er war aus Nells Perspektive und sie war gerade dabei, die Klassenarbeit zu schreiben. Man hat schon einmal erste Informationen über den Sturm erfahren und wie die 5 zueinander stehen. Mit dem Schreibstil kam ich auch von Anfang an klar! Er war einfach und locker und die Seiten flogen praktisch davon.

Nell, Anton, Chris, Valeska und Leo waren fantastische Protagonisten, die so gut ausgebaut waren! Mit Nell konnte ich mich am besten identifizieren, einfach, weil sie die „ganz normale“ war. Sie war nett, sehr niedlich, wie Leo sagt und kam einem sehr sympathisch vor. Mit ihr könnte man sicher gut befreundet sein und einfach locker drauf sein. Außerdem ist sie ein gut organisierter Mensch, was man in manchen Situationen stark gemerkt hat. Wie man es vielleicht kennt, stehen solche Mädchen gerne auf „gemeinere und beliebtere“ Jungs – in diesem Fall Leo. Seit einer ganzen Weile steht sie schon auf ihn, obwohl sie ihn gar nicht wirklich kennt. Da findet sie es natürlich ganz toll, eine Nacht im selben Gebäude mit ihm eingeschlossen zu sein.

Anton ist wirklich klug. Ich liebe seine Art zu reden und dieses poetische und schlaue in seinen Sätzen („ Die weiblichen Wesen unter uns scheinen so etwas wie ein Krankenschwester-Gen zu besitzen.“ S.27). Ich finde es immer wieder unglaublich, wie Leute das Wort „Nerd“ oder „Streber“ im negativen Sinne verwenden, denn, seit wann ist es schlecht, klug zu sein? Anton wird immer wieder so abgestempelt, obwohl er einfach nur alles richtig machen will. Ich mochte ihn sehr gerne, auch, wenn er nicht viele Emotionen preisgegeben hat.

Leo dagegen hält sich für den Besten, findet sich selbst ganz toll und ist Raucher. Am liebsten würde er einfach nur verschwinden, vollkommen egal, wie groß das Unwetter ist, denn die vier sind ja alle viel zu toll für ihn. Als er dann bemerkt, dass Nell ihn mag, nutzt er seine Chance, eine doch nicht ganz so langweilige Nacht zu haben…

Valeska versteckt sich hinter einer Maske und ist ein sehr zerbrechlicher Mensch, was man auf den 1. Blick niemals gedacht hätte. Für andere ist sie die „Schulschönheit, wirkt kühl und anmutig und viele Mädchen, auch Nell, bewundern sie insgeheim. Aber Valeska ist sich dieser Aufmerksamkeit gar nicht bewusst. Sie wünscht sich eine echte Freundin und weil sie bisher keine gefunden hat, schreibt sie in ihr Tagebuch, welches sie „stille Begleiterin“ nennt. Valeska hat viel mehr Schmerz erlebt, als man denkt und man sieht, dass das Äußere einen täuschen kann.

Chris fotografiert so gut wie alles und jeden und ist auch in der Schülerzeitung der Schule. Leo nennt ihn „Papparazzo“, was ihn ärgert. Vor allem aber mag er Nell, doch er traut sich nicht, sie anzusprechen. Natürlich bemerkt er, dass sie Interesse an Leo hat, weswegen er Leo noch weniger mag.

Die Entwicklungen der fünf haben mir am meisten gefallen. Dieser eine Abend hat vieles verändert und zeigt, dass Leute innerlich ganz anders sein können, als man denkt. Viele poetische Gespräche gab es auf den Gängen der Schule, auf der Mädchentoilette und beim Tanzen in der Schule, die ich tiefgründig und einfach wirklich toll fand.

Durch die abwechselnden Erzählperspektiven hat man einen schönen Einblick in verschiedene Gedankenwelten bekommen und es war sehr abwechslungsreich. Vor allem, wenn es von Anton zu Leo gesprungen ist… 😉 Wir blicken hinter die Fassaden ganz verschiedener Menschen und können uns so ein neues Bild machen, unabhängig vom Aussehen und von dem 1. Eindruck.

Fazit
Ich habe das Buch geliebt! Wirklich toll und so tiefgründig… 4,5 Lesesterne für „Heute sind wir Freunde“.

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