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Rezension zu Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano


Titel: Die Einsamkeit der Primzahlen
Autor: Paolo Giordano
Genre: Jugendbuch
Escheinungsjahr: 2010
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453-534780
368 Seiten
Preis: 9,99 Euro

Inhalt
Zwei Kinder, zwei Familien, zwei Schicksale: Da ist Alice, deren Vater seiner Tochter einen Skikurs aufdrängt, die das aber gar nicht will, Angst hat, ein „Hosenscheißer“ zu sein, schließlich verunglückt und ein steifes Bein zurückbehält. Und da ist Mattia, der einmal, nur ein einziges Mal nicht auf seine behinderte Zwillingsschwester aufpassen wollte, und das mit fatalen Folgen. Alice hat es schwer in der Schule, wird aufgrund ihrer Behinderung gehänselt und gemobbt von der „Vier- Zicken- Phalanx“, einer „geschlossenen, gnadenlosen Front“, geradezu gequält. „Dir ist es ganz egal, dass du mein Leben zerstört hast.“ Sie hasst ihren Vater, gibt ihm die Schuld für ein nicht gelingen wollendes Leben. Ebenso wie Mattia, den sie während der Schulzeit kennen lernt, trägt sie sich mit Schuldgefühlen: nie hat sie dem Wunschbild des Vaters entsprechen können. Tiefe Wunden auch bei Mattia, der die unausgesprochenen Vorwürfe der Eltern fühlt. Auch er zieht sich in sich zurück und was Alice die Essstörungen, das sind Selbstverletzungen für ihn. Sehnsüchte, verborgene Liebe auf beiden Seiten, und nirgendwo ein Weg sie auszuleben, mitzuteilen, die Wunden der Kindheit und Jugend zu überwinden. Nur immer wieder die starke gegenseitige Anziehungskraft: „…zwei Menschen, die im jeweils anderen die eigene Einsamkeit wiedererkannt hatten.“

Meine Meinung
„Die Einsamkeit der Primzahlen“ ist ein realistischer Roman, der mich sehr überzeugt hat. 2 Kinder, die beide an einem Kindheitstraumata leiden. Mattia, der seine Schwester verloren hat und sich nun selbst verletzt. Alice, die durch einen Unfall ein steifes Bein hat und zudem an einer Essstörung leidet.
Uns werden die Jahre 1983, 1984, 1991, 1995, 1998, 2003 und 2007 gezeigt und daraus auch nur die wichtigsten Geschehnisse. Durch die Zeitsprünge wurden einige Fragen offen gelassen, was mich dann doch etwas enttäuscht hat. Die Geschichte wird sehr nüchtern erzählt und hat eine poetische, wie auch leicht melancholische Sprache. Die Seelenzustände der Hauptprotagonisten werden geschildert und haben mich sehr tief berührt und vielleicht sogar ein wenig erschreckt. Was doch alles nur dank einem Ereignis in der Kindheit passieren kann und das mit so großen Folgen. Es gibt keinerlei große Aussschmückungen. Die Erzählperspektive ist abwechselnd, wodurch man in beide Protagonisten hineinblicken konnte und trotzdem eine Gewisse Distanz zu ihnen bewahrt hat. Sie waren beide sehr verschlossen und haben sich in ihre eigene Einsamkeit verkrochen. Mattia habe ich gut verstanden, auch, wie er sich immer wieder in die Mathematik geflüchtet hat. Was mich im Laufe des Lesens etwas verwundert hat, war, dass nie jemand etwas gegen deren Krankheiten unternommen hat. Man hat ja eindeutig gemerkt das etwas nicht gestimmt hat aber die Eltern haben es immer wieder so rübergebracht, als wäre alles „Friede Freude Eierkuchen“, was sie wahrscheinlich wirklich geglaubt haben! Das war so eine Sache, die mich nicht losgelassen hat.
In Italien ist es das meistverkaufte Buch und zudem hat es auch den „Premio Strega“ gewonnen, den angesehnsten Literaturpreis. Verdient.

Fazit
„Die Einsamkeit der Primzahlen“ ist eine Geschichte für sich, welches auch nach dem Ende noch lange in einem nachhallt. Es ist ein sehr packender Roman und unglaublich lesenswert.

4,5 von 5 Lesesternen.

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Ein Kommentar zu „Rezension zu Die Einsamkeit der Primzahlen von Paolo Giordano

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