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Rezension zu Young World – Die Clans von New York von Chris Weitz

young world

Titel: Young World – Die Clans von New York
Autor: Chris Weitz
Verlag: dtv
Genre: Jugend/Dystopie
Erscheinungsdatum: 22.9.2915
Preis: 18,95€
ISBN: 978-3-423-76121-5
Seiten: 381

Inhalt
Es gab ein Leben davor. Dann kam die Seuche. Übrig blieben nur die Teenager. Jetzt, ein Jahr danach, werden die Vorräte knapp und die Überlebenden organisieren sich in Clans. Jefferson, Führer wider Willen des Washington-Square-Clans, und Donna, in die er heimlich verliebt ist, haben sich ein halbwegs geordnetes Leben in all dem Chaos aufgebaut. Doch als Brainbox, das Genie ihres Clans, eine Spur entdeckt, die zur Heilung der Krankheit führen könnte, machen sich fünf von ihnen auf in die gefährliche Welt jenseits ihres Rückzugsortes – Schießereien mit feindlichen Gangs, Flucht vor Sekten und Milizen, Überleben in den Gefahren der U-Bahn-Schächte inklusive. Denn trotz aller Aussichtslosigkeit glaubt Jeff an die Rettung der Menschheit.
(Quelle: dtv Verlag)

Meine Meinung
In dem 1. Band von „Young World“ geht es darum, dass alle Erwachsenen (18+) und alle Kleinkinder tot sind und die Jugendlichen sich jetzt alleine durchschlagen müssen.

Jefferson hat gerade erst seinen Bruder verloren, denn er ist 18 geworden und somit ein Erwachsener. Er lebt im Washington Sqaure Clan in New York und ist seit dem Tod seines Bruders der Anführer der Gruppe von Jugendlichen. Nach einer Zeit bemerken er und sein Freund Brainbox aber, dass die Vorräte leer gehen und kurzerhand verlassen die beiden mit 3 anderen den Clan, um ein Heilmittel zu finden. Denn nur so können sie überleben und gleichzeitig das Sterben von über 18 Jährigen stoppen… Auf der Reise passieren viele Dinge, man weiß nie, wer Freund oder Feind ist und langsam wird es immer komplizierter an das Ziel zu kommen…

Das Buch liegt seit Ewigkeiten auf meinem SuB und jetzt wurde es endlich erlöst. Es gab eigentlich noch viele andere Bücher, die ich lieber hätte lesen wollen aber irgendwann wollte ich es einfach nicht mehr aufschieben. Jetzt wo ich fertig bin, bin ich etwas enttäuscht. Von Chris Weitz hätte ich etwas stärkeres erwartet…

Aber fangen wir langsam an! Die Idee fand ich wirklich mega toll! Nur Jugendliche leben auf der Welt und je nachdem woher du kommst, bist du in dem jeweiligen Clan. Die sind manchmal kleiner, manchmal größer aber bisher ging es dem Washington Square Clan recht gut. Sie hatten keine richtige Lust, sich nach anderen Clans zu erkunden, blieben lieber für sich und sind höchstens für die Jagd oder Verhandlungen aus dem Lager rausgegangen. Deswegen ist es ihnen leider auch nicht aufgefallen, dass es außerhalb ihres Clans sehr anders ist und andere Regeln gelten. Reviere werden markiert, Kämpfe werden ausgeführt und die Vorräte gehen aus… Als sich die 5 aber auf die Suche nach einem Heilmittel machen, lernen sie New York erst richtig kennen und sehen, wie die anderen leben.

Das Cover sagt, außer das die Story in New York spielt, nicht viel aus. Es macht nicht wirklich auf sich aufmerksam und ist nicht herausragend, aber das ist nicht weiter schlimm. Denn seit wann beurteilt man das Buch durchs Cover? ;))

Ich hatte einen wirklich guten Einstieg. Man kam sehr schön in die Story rein und hat das Prinzip ziemlich schnell verstanden (so schwierig wars jetzt auch nicht, hehe). Nach einigen Seiten hat man dann auch erfahren, wie die Menschen sterben. Ab 18 bist du ja erwachsen und stirbst dadurch und das wurde auch gut und bildlich dargestellt.

Mit dem Schreibstil hatte ich aber so meine Probleme… Es gab unglaublich viele Dialoge und so gut wie immer die direkte Rede. Oder sowas:
Jefferson: Ja, finde ich schon. Donna: Hm, ich weiß nicht so recht. Jefferson: Mal sehen.
Diese „Drehbuch“-Schreibweise hat den Lesefluss ein wenig gestört und die Sätze waren in den Dialogen oft sehr kurz. Man merkt ziemlich stark, dass Weitz Drehbuchautor ist… Trotzdem hat er eine einfache und lockere Art zu schreiben und man konnte sich alles sehr bildlich vorstellen. Er hat nicht viel drum herum gesprochen, aber genug, um es zu verstehen und es sich bildlich vorstellen zu können.

Das Ganze wurde aus der Perspektive von Jefferson und Donna erzählt. Jefferson ist der Anführer vom Clan und Donna ist seine beste Freundin und gleichzeitig ist er sehr interessiert an ihr.
Jefferson hat einen klugen Kopf für einen Anführer und für sein Alter sowieso! Er kämpft nicht gerne und will sich einfach mit allen verstehen und keine Feinde haben. Seine Art war mir sehr sympathisch, ich mochte ihn total gerne und die Mischung aus einem klaren, klugen Kopf und trotzdem noch den Trotz eines Jugendlichen war toll herübergebracht worden.

Bei Donna dagegen bin ich mir etwas unschlüssig. Man merkt wirklich, wie jung sie doch noch ist und das sie mitten in der Pubertät steckt. Im Gegensatz zu Jefferson, empfindet sie keine Gefühle für ihn aber wird dann plötzlich sehr eifersüchtig bei Kleinigkeiten. Was ich ganz schlimm finde, ist, dass sie Dinge nie richtig ernst nehmen kann! Nie! Sie muss sich irgendwie immer darüber lustig machen… Alles in allem mochte ich sie nicht besonders. In einzelnen Situationen war sie mir sympathisch, aber mehr auch nicht.

Die Reise haben die beiden aber nicht alleine angetreten. Brainbox, Jeffersons bester Freund und der kluge Kopf der Truppe, war mit dabei. Außerdem Peter, dunkelhäutig, ein wenig aufgedreht und sehr lustig und SeeThrough. Sie ist sehr zurückhaltend aber auch sehr flink. Die Gruppe war sehr gemischt und auch wenn alle gut genug dargestellt wurden, konnte ich nicht zu allen eine Verbindung herstellen.

Es war sehr spannend mitzuerleben, wie sie durch die verschiedensten Orte fahren. Da jeder Clan sein „Revier“ hat, dringen sie praktisch in feindliches Territorium ein. Die Regeln sind immer anders und die Stärkeren regieren über die Schwächeren. Die Mädchen hatten es auch sehr schwer. Sie wurden oftmals wie Objekte behandelt und ihre Meinung zählte so gut wie gar nichts.

An Spannung hat es nicht wirklich gefehlt, aber es hat mich nie 100%ig fesseln können. Ich wurde an vielen Stellen überrascht und habe schon mitgefiebert, aber ich hatte kein Problem damit gehabt, es einfach wegzulegen. Vieles fand ich eh sehr merkwürdig dargestellt und deswegen hatte ich auch kein Problem damit, mir einfach ein anderes Buch zu nehmen und zu lesen…

Fazit
Chris Weitz bleibt für mich einfach mehr Direktor als Autor. Seine Fähigkeiten fürs Filmen sind fantastisch, ja, großartig (!), aber als Autor konnte er mich leider nicht richtig überzeugen. Ob ich den 2. Band lesen werde, steht noch offen… 3 Lesesterne für „Young World“.

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3 Kommentare zu „Rezension zu Young World – Die Clans von New York von Chris Weitz

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